Reconstruction impossible – Google’s Steuerstrategie im Fokus der ZEIT

In einem ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 24, 6. Juni 2013; S. 24) spricht Google-Verwaltungsratsvorsitzender und „Außenminister“ Eric Schmidt über Privatsphäre-  und Sicherheitseinstellungen für besorgte Eltern, netzpolitische Fragen und über Google’s Steuerminimierungsstrategie. Die ZEIT-Redakteure Götz Hamann und Marcus Rohwetter versuchen kritisch zu fragen, während Eric Schmidt unbeirrt faktisch bleibt. Der folgende Auszug aus diesem Interview beschreibt exemplarisch, wie vertrackt und zugleich folgerichtig sich die gegenwärtige Abgaben- und Monetarisierungsthematik darstellt. Auf der einen Seite die Interessen des Staats, auf der anderen die der Shareholder.

Schmidt

ZEIT: […] Google macht Milliardengewinne, zahlt aber wenig Steuern, und das empört viele. Gibt es etwas, das Sie heute bedauern?

Schmidt: Jeder sollte Steuern zahlen, die er schuldet. Google hat sich im sich im internationalen Steuerregime  [!] absolut legal verhalten. Und nebenbei gesagt machen das britische und deutsche Firmen in anderen Ländern vermutlich auch so.

ZEIT: Gehen wir mal davon aus.

Schmidt: Ihre Frage dreht sich nicht ums Recht. Sie dreht sich um Moral, und das ist der falsche Zusammenhang. Google zahlt die Steuern, zu denen das Unternehmen juristisch verpflichtet ist. Wenn sich Gesetze ändern, werden wir das akzeptieren.

ZEIT: Es gibt aber einen Unterschied zwischen legal und legitim …

Schmidt: … ich bin mit dem Rahmen dieser Diskussion nicht einverstanden, denn ich sage Ihnen: Wir sind ein amerikanisches Unternehmen. Wir haben eine finanzielle Verantwortung gegenüber unseren Aktionären. Wie sollte ich es denn verbuchen, wenn wir mehr Steuern zahlen würden, als wir müssten – etwa als Spende? Oder sollen wir uns in den USA verklagen lassen, weil wir einer Regierung mehr zahlen als nötig?

ZEIT: Würden Sie eine Reform des Steuerrechts unterstützen, auch wenn Sie am Ende etwas mehr bezahlen müssten? Dann müssten Sie auch weniger Geld in Steuerparadiesen bunkern.

Schmidt: Wir bunkern kein Geld in Steuerparadiesen! Wir bewegen uns im europäischen Steuersystem. Unterschiedliche Länder in der EU haben unterschiedliche Steuersätze. Ob das gut oder schlecht ist, habe ich nicht zu beurteilen. Aber es überrascht mich auch nicht, dass das zu solchen Phänomenen führt. Wir wünschen Europa eine gesunde Diskussion und werden jedes Ergebnis akzeptieren. Wir möchten nur, dass das Steuerrecht vernünftig ist, sodass wir es verstehen und befolgen können. Sehen Sie, ich kann die Aufregung ja verstehen, europäische Regierungen brauchen mehr Geld, ebenso die amerikanische …

ZEIT: … was eine traumhafte Situation für Konzerne ist, die sich mal hier, mal dort ansiedeln.

Schmidt: Das stimmt nicht. Google zahlt Milliarden und Milliarden Dollar an Steuern. Sie müssen entscheiden, wohin dieses Geld fließt: Soll mehr nach Deutschland? Oder in ein anderes Land?

Deutlicher, als Eric Schmidt kann man es kaum sagen: Die Bestimmungen in internationalen Steuersystemen und Kapitalgesellschaften schließen jegliche Form von kategorischem Imperativ (geradezu kategorisch) aus. Sie sind moralavers. Für ein Unternehmen wie Google ist es somit ausreichend, die Rechtsgrundsätze der unterschiedlichen „Steuerregime“, wie Schmidt sich ausdrückt, im positivistischen Sinn zu befolgen – fertig. Darüber hinaus ist Google jeglicher Verantwortung – per Gesetz – entbunden. Und weil Google sehr viel Geld erwirtschaftet und die Staaten immer „mehr Geld“ brauchen, drehen sich auch die Machtverhältnisse um. Das gipfelt darin, dass Schmidt einer Nation jederzeit die Rute ins Fenster stellen und sagen kann: „Wenn Ihr uns nicht wollt, können wir unser Geld ja anderswo ausgeben!“

Alles folgerichtig und faktisch. Dennoch würden beim guten Kant angesichts dieser Entwicklung die moralischen Alarmglocken wohl Sturm läuten.

Neuer Kunde: janitsch event consulting

janitsch.atWir freuen uns außerordentlich, einen absoluten Experten im Bereich Event- und Veranstaltungstechnik als Kunden gewonnen zu haben: Die „werner janitsch event consulting ges.m.b.h“. Geplant ist ein vollumfänglicher Relaunch des bisherigen Webauftritts.
Die Seite wird leicht zu aktualisieren sein und durch ihr Responsive-Design auch auf mobilen Endgeräten einen schlanken Fuß machen.

Das Ergebnis bald hier auf diesem Sender!

Krise auf US-Printmarkt: Journalisten erhalten Schulung in iPhone-Fotografie

verbotszeichen-piktogramm-fotografieren-verboten-paparazziEiner für alles
Die Krise auf dem amerikanischen Zeitungsmarkt bringt es mit sich, dass die Verlage, wo nur möglich, auf die viel zitierte Kostenbremse steigen. Bei der Chicago Sun-Times wird gerade eine besonders drastische Maßnahme vollzogen: Sie betrifft alle bisher für das Blatt tätigen Fotografen (28 an der Zahl), die jetzt ihren Hut nehmen müssen. Zeitgleich starten Schulungsprogramme für Journalisten in iPhone-Fotografie. Diese sollen in Zukunft nicht nur Texte, sondern auch eigene Bilder beisteuern. Krise auf US-Printmarkt: Journalisten erhalten Schulung in iPhone-Fotografie weiterlesen

TV-Show-Wohnungen im Grundriss

Hätten Sie schon immer gerne gewusst, wie die TV-Wohnungen Ihrer Serienlieblinge im Grundriss aussehen? Sagen wir die von den Simpsons, Dexter, Seinfeld und so weiter? Kein Problem. Der spanische Künstler, Innenausstatter und „freiwillige Longtail-Vermarkter“ Iñaki Aliste Lizarralde hat sich die Mühe gemacht, sie alle detailgetreu zu rekonstruieren und von Hand zu zeichnen.

Hier sind sie nun, die Grundrisse, auf die die Welt gewartet hat:

The Simpsons

Simpsons

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Die „Grüne Gitarre“ inmitten der Pampa

Weil sie die Gitarre so liebte, hat der argentinische Bauer Pedro Martin Ureta für seine verstorbene Frau diesen Wald aus Zypressen und Eukalyptus-Bäumen angelegt.

© Maria Emilia Perez

7000 Bäume waren für die Entstehung der „Grünen Gitarre“ erforderlich, die sich in erstaunlicher Symmetrie dem Beobachter – hier aus der Vogelperspektive – präsentiert.

Ureta hingegen, der Angst vorm Fliegen hat, konnte seine Schöpfung noch nie aus der Luft bestaunen. Er ist bis heute auf dem Boden geblieben und hält von hier aus das Andenken an seine Frau aufrecht.

(Ab zur ganzen Geschichte)

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